Pressestimmen


Die WG des Grauens

Das Mietrechtsgesetz ist undurchsichtig und vage. Die exemplarische Geschichte eines skrupellosen Vermieters:

Wien. Linus und Viktor stammen aus Deutschland und Tschechien. Die beiden 21-Jährigen leben seit 2014 als Studenten in Wien. Kurz nach ihrer Ankunft stolpern sie über eine Anzeige, in der Mitbewohner für eine Wohngemeinschaft (WG) gesucht werden.

Der Vermieter zeigt den beiden zwei halbfertige Wohnungen. Ein Zimmer ist unverputzt, im Badezimmer hängen blanke Kabel aus den Wänden, die Dusche ist noch nicht eingebaut. In einer Wohnung fehlt sogar die Küche. "Das wird alles in zwei Wochen fertig sein", verspricht der Vermieter. Die Studenten erhalten ein paar Seiten Text, die einem Standardmietvertrag nicht einmal ähneln. Darin heißt es unter anderem, dass sie die Miete in bar zu bezahlen hätten und es sich bei dem Anteil für Strom und Gas um ein Fixum handle.

"Das Zimmer war zudem noch sehr klein. Es hatte zehn Quadratmeter, vielleicht weniger. Aber ich habe das als Übergangslösung gesehen und dachte, ich suche mir sowieso schnell etwas anderes", sagt Viktor. Inklusive Strom und Gas verlangt der Vermieter pro Bewohner 400 Euro. Für den Eigentümer rentabel, leben doch elf Leute auf 200 Quadratmetern. Der Besitzer besteht von Anfang an darauf, die Bettwäsche aller Bewohner selbst zu waschen, angeblich, um Wasser zu sparen. "Wir vermuten aber, dass das ein Vorwand war, um alle zwei Wochen in die Wohnung kommen zu können", sagt Linus. Tatsächlich kommt und geht der Vermieter, wie es ihm passt.


Noch nie gesehen

In der WG steigt zu diesem Zeitpunkt der Unmut. Man ist unsicher, wie man weiter vorgehen soll. "Das war meine erste Wohnung, ich hatte keine Erfahrung", erklärt Linus. Bei der Mieterhilfe der Stadt Wien rät man ihnen, einen Anwalt zu engagieren. Über einen Studienkollegen erfährt Viktor von mietenchecker.at. Die Firma überprüft die Zulässigkeit von Mietzinsen, schlägt Anwälte für die Durchsetzung der Mieterrechte vor und erstreitet Rückzahlungen. Im Erfolgsfall erhält sie dafür 30 Prozent.

Klingt gut, finden die Studenten. Doch sie zögern. Bis sie von der österreichischen Finanzpolizei als Zeugen vorgeladen werden. Die Behörde will gegen ihren Vermieter vorgehen. Prompt meldet sich dieser per E-Mail. Darin heißt es, die Finanzpolizei ermittle nun wegen Steuerhinterziehung gegen ihn. Er schreibt: "Ich habe meinen Anwalt gebeten, bei der Staatsanwaltschaft Anzeige wegen Verleumdung, übler Nachrede und vor allem Kreditschädigung gegen euch alle einzubringen."

Er verlangt von ihnen, die Aussage bei der Finanzpolizei zurückzuziehen. Gleichzeitig will er, dass sie eine eidesstaatliche Erklärung abgeben, für die nächsten zehn Jahre keine rechtlichen Schritte gegen ihn einzuleiten. Er droht, seinen Einfluss dafür einzusetzen, dass sie in Wien nirgends mehr als Mieter angenommen werden, und die Anwaltskosten von ihrer Kaution abzuziehen.

Viktor schickt daraufhin eine SMS an seinen Studienkollegen. Sie brauchen sofort die Nummer von diesem Mietenchecker-Anwalt. Dieser schaltet sich ein. Wenig später erhalten die Studenten ihre Kaution ohne Abzüge zurück.

Der Geschäftsführer von mietenchecker.at Marko Vladic erinnert sich gut an den Fall. "Mein Kollege war dann in der Wohnung, um sich die Dinge anzusehen. Er hat mich völlig aufgelöst angerufen und sagte: So etwas hast du noch nie gesehen." Der Zustand der Wohnung und die große Anzahl der Mieter sowie die E-Mails des Vermieters waren selbst für die Mietenchecker ein Kuriosum.

Vladic fordert ein präziseres und transparenteres Mietrechtsgesetz. "Derzeit wissen weder Mieter noch Vermieter, wie viel man genau für eine Wohnung verlangen darf." Es brauche daher eine bundesweit einheitliche Richtlinie und das Erhalten der Mietzinsregulierung. "Diese soll entweder für Neubauwohnungen angepasst werden oder zumindest nicht für Altbauten aufgehoben werden."

Linus und Viktor wohnen heute wieder zusammen in einer WG. Auf dem WG-Klo hängen nun die besten Zitate aus den E-Mails des alten Vermieters. Die Mietenchecker haben ihren Fall vor die Schlichtungsstelle gebracht und warten nun auf einen Termin.

Teresa Reiter, Wiener Zeitung, 05.2.2016

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Land der engagierten Mietervertreter

Eine Wiener Mieterin bekam kürzlich 53.000 Euro refundiert. Sie hatte jahrelang um 60 Prozent mehr Miete bezahlt, als gesetzlich erlaubt war.

53.000 Euro an zu viel bezahlter Miete bekam eine Wienerin in diesen Tagen von ihrem Vermieter refundiert. Mehrere hintereinander abgeschlossene befristete Mietverträge hatten dazu geführt, dass sie zehn Jahre lang eine um mehr als 60 Prozent zu hohe Miete zahlte, berichtet Elke Hanel-Torsch, Geschäftsführerin der Wiener Mietervereinigung. Der in solchen Fällen - es handelte sich um eine Altbauwohnung im zweiten Bezirk - geltende Befristungsabschlag wurde nicht gewährt, "stattdessen schlug der Vermieter sogar noch eine recht deutliche Summe drauf".

Viele Anlaufstellen

Zumindest was die Höhe des refundierten Betrags betrifft, klingt dieser Fall noch krasser als jener von vor einem Jahr, als ein Wiener 48.000 Euro zurückbekam, weil im Schlichtungsverfahren festgestellt wurde, dass seine Wohnungnur "Kategorie D unbrauchbar" war. Solche Fälle scheinen sich in letzter Zeit allerdings zu häufen, was wohl auch an der steigenden Sensibilität der Mieter liegt.
Damit einhergehend werden auch die Möglichkeiten, als Mieter Hilfe in Anspruch zu nehmen, mehr. Zwei gewerbliche Anbieter, die zu hohe Altbaumieten einklagen (und 25 bis 30 ProzentProvision einbehalten), sind bereits aktiv. Und neben den bekannten Organisationen wie Mietervereinigung, Mieterschutzverband oder der Mieterhilfe der Stadt Wien gibt es nun auch den nicht gewinnorientierten "Verein zur Förderung gerechter Mieten", den der Wiener Unternehmer Thibaut Lastel im Vorjahr gemeinsam mit Freunden ins Leben rief. Dieser finanziere sich ausschließlichaus Spenden, erklärt Lastel.

Wohnfläche und Kategorisierung stimmt oft nicht

Mieter, die Hilfe suchen, müssen aus rechtlichen Gründen zwar Vereinsmitglied werden, dies sei aber mit keinerlei Kostenverbunden. Und vom zurückerstrittenen Betrag müsse auch nichts verpflichtend abgegeben werden, sagt der Obmann. "Wir sagen den Leuten nur: Es obliegt euch, im Erfolgsfall dem Verein eine Kleinigkeit zu spenden." Der Verein wird von WienerWohnen insofern unterstützt, als er sich günstig in einem Wiener Gemeindebau einmieten durfte.
An den bisher rund 100 bearbeiteten Fällen sei ihm aufgefallen, dass oft schon allein die im Mietvertrag angegebene Wohnfläche sowie die Kategorisierung der Wohnung mit der Realität nicht übereinstimmten. Man trete dann zunächst mit der Hausverwaltung oder dem Vermieter in Kontakt; "in vielen Fällenbringt das schon sehr viel", so Lastel. Falls das nichts bewirkt, begleitet man die Mieter zur Schlichtungsstelle.

"Es braucht neue Regeln"

Diese gibt es nicht nur in Wien, sondern in zehn weiteren österreichischen Städten, nämlich in Graz, Linz, Salzburg,Innsbruck, Klagenfurt, St. Pölten, Leoben, Mürzzuschlag, Neunkirchen und Stockerau. Überall anders ist das Bezirksgericht die erstinstanzliche Anlaufstelle. In der Mietervereinigung würde man das gerne geändert sehen. Und nicht nur dort: "Bedarfsorientierte und bezirksübergreifende Ausweitung der Schlichtungsstellen" steht seit 2013 als Ziel im Regierungsprogramm. Seither hat sich laut Hanel-Torsch aber nichts getan. Nach Meinung der Immobilienwirtschaft muss es das auch nicht. Anton Holzapfel, Geschäftsführer des Verbands der Immobilienwirtschaft (ÖVI), hält die bestehenden Schlichtungsstellen für völlig ausreichend, um Mietern mit Information und Beratung beizustehen. Ein Problem sieht er anderswo: "Die Richtwertfestsetzung in Wien entspricht inkeiner Weise den Marktgegebenheiten. Man braucht definitiv neue Regeln." Über ein neues Mietrecht wird, wie berichtet, nun verhandelt.

Martin Putschögl, DER STANDARD, 14.2.2015

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Mietrecht: Von Füchsen, Checkern und Helden

Wie Österreichs unübersichtliches Mietrecht eine neue Branchehervorbringt.

Mieterschutz in Österreich ist traditionell Sache der Politik. Speziell einer Partei: der SPÖ. Seit den Tagen des Roten Wien setzt sich die traditionsreiche „Mietervereinigung Österreichs“ (MVÖ) für die Belange der Mieter ein – offiziell ein privater Verein, der jedoch kein Geheimnis daraus macht, eine sozialdemokratische Vorfeldorganisation zu sein. MVÖ-Chef Georg Niedermühlbichler ist zugleich Landesparteisekretär der SPÖ-Wien.

Es wäre nicht Österreich, gäbe es nicht auch ein schwarzes Pendant: den Mieterbund. Er istdeutlich kleiner als die MVÖ, versteht sich die ÖVP doch als die Partei der Eigentümer. Der Mieterbund betont auf seiner Website, die Interessen der Mieter „auch gegenüber der (roten,Anm.) Stadt Wien“ zu vertreten. Die Wiener ÖVP-Granden Manfred Juraczka und Alfred Hoch sitzen im Präsidium der Organisation.

In den vergangenen Jahren ist eine neue, vorläufig völlig unregulierte Branche entstanden. Zu finden ist sie im Internet.

Das Thema Mieten ist also auch im Jahr 2015 eine hochpolitische Angelegenheit. Zumindest bisher. Denn nun steigen erstmals auch private Unternehmen groß in das Betätigungsfeld „Mieterschutz“ ein.

In den vergangenen Jahren ist eine neue, vorläufig völlig unregulierte Branche entstanden. Zu finden ist sie im Internet. Dort bieten Websites wie mieterunter.at, mietheld.at,mietfuchs.at und mietenchecker.at ihre Dienste an. Sie überprüfen, ob die Höhe der Mietegerechtfertigt ist und gehen gegebenenfalls gerichtlich gegen die Vermieter vor.

[…]

Joseph Gepp & Christina Hiptmayr (7. 9. 2015)

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Mietenexplosion in Wien – Es gibt Abhilfe!

In den letzten Jahren sind die Mietpreise in Wien rasant gestiegen. Von leistbarem Wohnen kann vielfach keine Rede mehr sein – gerade für Studierende mit knappen Budgets ist das ein echtes Problem. Für mittlerweile drei Viertel der Altbauwohnungen werden Mieten verlangt, die über dem gesetzlich zulässigen Ausmaß liegen.

Wie wir aus dem bürgerlichen Recht wissen, sind die Mieten für Altbauwohnungen gesetzlich gedeckelt: Mehr als den Richtwert darf eine Vermieterin oder ein Vermieter nicht verlangen. Und die horrenden Mieten, die in Wien seit einigen Jahren zu bezahlen sind, liegen mittler- weile fast immer über dem gesetzlichen Deckel Richtwert.

Mietvereinbarungen sind, soweit sie den Richt- wert übersteigen, nichtig. Die zu viel bezahlten Beträge können von der Mieterin oder vom Mieter zurückverlangt werden. Besonders inte- ressant ist das bei befristeten Verträgen: Für solche Wohnungen dürfen nur drei Viertel des Mietzinses für unbefristete Verträge verlangt werden. Viele Vermieterinnen und Vermieter übergehen auch diese gesetzliche Bestimmung stillschweigend.

Der Übersichtlichkeit halber als Checkliste: Wohnst du in einer Wohnung, die

  • unter 130m2 groß ist(insgesamt, gilt auch für WGs),
  • dein Hauptwohnsitz ist, und die
  • vor 1945 errichtet wurde (Altbau),

bezahlst du mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu viel Miete an deinen gesetzwidrig handeln- den Vermieter oder deine Vermieterin. Nicht wenige Mieterinnen und Mieter bezahlen meh- rere tausend Euro im Jahr zu viel!

[…]

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Wachstumsbranche Altbau-Mietencheck

Immer mehr gewerbliche Anbieter unterstützen Wiener Mieter beim Zurückfordern ihrer zu viel bezahlten Altbaumiete.

Was vor zwei Jahren mit einem neuartigen Portal begann, wächst sich langsam zu einer eigenen Branche innerhalb des Wiener Immobilienmarkts aus. Mit "Miete runter", "Mietenchecker", "Miete retour" und "Mietheld" sind mittlerweile bereits vier gewerbliche Anbieter im Spezialsegment des "Altbau-Mietenchecks" aktiv. Sie wollen als Anlaufstelle für Wiener Mieter fungieren, die eine zu hohe Miete für ihre (dem Richtwert unterliegende) Altbauwohnung zahlen, und ihnen beider Rückforderung der manchmal beträchtlichen Beträge zurSeite stehen. Dies, obwohl es auch einige nicht gewinnorientierte Organisationen bzw. Initiativen gibt, die genau das anbieten.

Der aus München stammende Student Richard Eibl glaubt aber, dass es nach wie vor unter Mietern viel zu wenig bekannt ist,dass man sich gegen rechtswidrige Mieten wehren kann – und dabei nicht selten gute Chancen hat, sein Recht auch durchzusetzen. Eibl startete deshalb gemeinsam mit seinem aus Hannover stammenden Studienkollegen Julius Richter das Portal mietheld.at. "Nach meiner Übersiedelung dachte ich zunächst gar nicht daran, dass es hier ein viel strengeres Mietrecht als in München geben könnte", berichtet er dem Standard. Als er davon hörte, ging er mit seinem Mietvertrag zur Schlichtungsstelle, die seine Monatsmiete um 150 Euro senkte.

Mehr als 100 Anfragen

Unter anderem um vielen weiteren – deutschen – Studenten in Wien dabei zu helfen, Geld beim Wohnen zu sparen, sei man letztlich aktiv geworden und habe für das Portal ein Formular programmiert. Mehr als 100 Anfragen seien über diese Plattformbereits eingetrudelt. Wenn sich anhand der Angaben erkennen lasse, dass der Rechtsweg erfolgreich sein könnte, besichtige man die entsprechende Wohnung.

Wie bei anderen Portalen auch werden bei Mietheld im Erfolgsfall 25 Prozent des erstrittenen Betrags als Provision fällig. Eibl und Richter führen die Verfahren aber nicht selbst durch (was sie auch gar nicht dürften), sondern arbeiten mit anderen gewerblichen Anbietern zusammen, von denen die "Miethelden" dann auch vergütet werden. Man fungiert somit quasi als "studentischer Vertriebspartner" eines anderen gewerblichen Anbieters. Dass es sich dabei um "Miete runter"handelt, das Eibl in einer Aussendung vom Mittwoch als einzigen Konkurrenten namentlich erwähnte, will er weder bestätigen noch dementieren.

Künftig mehr Anbieter

Dass nicht schon früher jemand auf die Idee kam, solche "Mietenchecks" in Wien anzubieten, wundert ihn jedenfalls. Garnicht wundern würde ihn aber, wenn in naher Zukunft noch vielmehr Anbieter auf den Markt drängen würden. "Zehn, fünfzehn weitere" hält er durchaus für möglich.

Martin Putschögl, 13.9.2015

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Online-Portal bietet Überprüfung von Altbaumieten in Wien

Hilfe im Kampf gegen Miethaie in Wien: Ein neues Online-Portal überprüft die zulässige Höhe von Altbaumieten und kümmert sich um eine mögliche Reduktion. “mietenchecker.at “übernimmt das Kostenrisiko – gegen Provision.

Die Miete von Altbauwohnungen ist gesetzlich durch die Richtwert-Grenzen geregelt. Vermieter würden sich oft nicht daran halten. “Sie probieren einmal eine höhere Miete zu verlangen, sind auch der Meinung, dass sich die Leute eh nicht auskennen”, so Marko Vladic von mietenchecker.at.

Altbau-Mieter können Mieten prüfen lassen

Seit kurzem bietet das neue Portal mietenchecker.at Mietern von Altbauwohnungen in Wien die Möglichkeit, ihren Mietvertrag bezüglich der Höhe des Mietzins überprüfen zu lassen und bei Bedarf kümmert sich das Portal um eine Mietzinsreduktion. Voraussetzung ist, dass es sich um eine maximal 130 Quadratmeter große Wohnung in einem vor 1945 errichtetem Gebäude handelt und man selbst Hauptmieter ist. In Wien gebe es rund 130.000 solcher Mietwohnungen.

Kosten trägt Online-Portal mietenchecker.at

mietenchecker.at übernimmt die Kosten. Nur wenn es zu einer Mietzinsreduktion kommt, behält sich das Portal 25 Prozent des in der Vergangenheit zu viel bezahlten Betrages. “Mieter haben absolut kein Risiko”, so Vladic im Gespräch mit der APA. Im Fall einer zu hohen Miete nehme das Online-Portal mit dem Vermieter Kontakt auf. In der Regel würde es dann auch ziemlich schnell zu einer Einigung kommen. Wenn dies nicht gelinge, gehe der Fall zur Schlichtungsstelle und später zum Bezirksgericht. “Wir engagieren falls notwendig auch spezialisierte Anwälte”, sagte Vladic.

So kommen Mieter zu ihrem Recht

Der Vermieter kann den Mieter deswegen nicht kündigen. Dazu Vladic: “Das ist kein Kündigungsgrund. Mieter machen damit nur ihre Rechte geltend.” Einzig bei befristeten Mietverträgen gebe es die Gefahr, dass diese nicht verlängert werden. “Das sagen wir den Mietern auch.”

Diese Richtwerte gelten

“Als ungefährer Wert für die Richtwert-Grenzen gelten rund zehn Euro pro Quadratmeter. Bei diesem Wert zahlt man auf alle Fälle schon eine zu hohe Miete”, so Vladic. Der Anspruch auf Rückforderung von zu viel bezahltem Mietzins verjährt bei unbefristeten Verträgen drei Jahre ab Vertragsabschluss, bei befristeten Verträgen kann während der gesamten Befristungsdauer und darüber hinaus sechs Monate nach Auszug der Anspruch geltend gemacht werden.

(apa/red)

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Online-Angebot zur Überprüfung von Altbaumieten

Schnelle und unkomplizierte Konkurrenz im Internet für Mieterschutzvereine. Das neue Online-Portal mietenchecker.at überprüft die Höhe Altbaumieten und setzt sich für die Mietzins-Senkung ein. Im Erfolgsfall erhält der Service-Anbieter 25 Prozent Provision. In Wien allein gibt es rund 130.000 Wohnungen, die vor 1945 errichtet wurden und potenzielle Kunden darstellen.

Ein neues Online-Portal überprüft die zulässige Höhe von Altbaumieten und kümmert sich um eine mögliche Reduktion. Die Miete von Altbauwohnungen ist gesetzlich durch die Richtwert-Grenzen geregelt. Vermieter würden sich oft nicht daran halten. "Sie probieren einmal eine höhere Miete zu verlangen, sind auch der Meinung, dass sich die Leute eh nicht auskennen", so Marko Vladic von mietenchecker.at.

Seit kurzem bietet das neue Portal mietenchecker.at Mietern von Altbauwohnungen in Wien die Möglichkeit, ihren Mietvertrag bezüglich der Höhe des Mietzins überprüfen zu lassen und bei Bedarf kümmert sich das Portal um eine Mietzinsreduktion. Voraussetzung ist, dass es sich um eine maximal 130 Quadratmeter große Wohnung in einem vor 1945 errichtetem Gebäude handelt und man selbst Hauptmieter ist. In Wien gebe es rund 130.000 solcher Mietwohnungen.

mietenchecker.at übernimmt die Kosten. Nur wenn es zu einer Mietzinsreduktion kommt, behält sich das Portal 25 Prozent des in der Vergangenheit zu viel bezahlten Betrages. "Mieter haben absolut kein Risiko", so Vladic. Im Fall einer zu hohen Miete nehme das Online-Portal mit dem Vermieter Kontakt auf. In der Regel würde es dann auch ziemlich schnell zu einer Einigung kommen. Wenn dies nicht gelinge, gehe der Fall zur Schlichtungsstelle und später zum Bezirksgericht. "Wir engagieren falls notwendig auch spezialisierte Anwälte", sagte Vladic.

Der Vermieter kann den Mieter deswegen nicht kündigen. Dazu Vladic: "Das ist kein Kündigungsgrund. Mieter machen damit nur ihre Rechte geltend." Einzig bei befristeten Mietverträgen gebe es die Gefahr, dass diese nicht verlängert werden. "Das sagen wir den Mietern auch."

"Als ungefährer Wert für die Richtwert-Grenzen gelten rund zehn Euro pro Quadratmeter. Bei diesem Wert zahlt man auf alle Fälle schon eine zu hohe Miete", so Vladic. Der Anspruch auf Rückforderung von zu viel bezahltem Mietzins verjährt bei unbefristeten Verträgen drei Jahre ab Vertragsabschluss, bei befristeten Verträgen kann während der gesamten Befristungsdauer und darüber hinaus sechs Monate nach Auszug der Anspruch geltend gemacht werden.

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Gratis: "Mietenchecker" rechnen Ihre Miete nach!

Vermieter, die Altbauwohnungen (vor 1945 errichtet) anbieten, müssen sich bei den Mieten an gesetzliche Richtwert-Grenzen halten.

Nicht alle tun das – zum Nachteil der Mieter. Marko Vladic prüft über seine Homepage mietenchecker.at gratis die Miete, kontaktiert den Vermieter und engagiert, wenn nötig, einen Anwalt. Wenn es zu einer Mietzinsreduktion kommt, kassiert Vladic 25 Prozent des zu viel bezahlten Betrages.

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Online-Angebot zur Überprüfung von Altbaumieten

Portal mietenchecker.at übernimmt Kostenrisiko - Im Erfolgsfall 25 Prozent als Provision

Ein neues Online-Portal überprüft die zulässige Höhe von Altbaumieten und kümmert sich um eine mögliche Reduktion. Die Miete von Altbauwohnungen ist gesetzlich durch die Richtwert-Grenzen geregelt. Vermieter würden sich oft nicht daran halten. "Sie probieren einmal eine höhere Miete zu verlangen, sind auch der Meinung, dass sich die Leute eh nicht auskennen", so Marko Vladic von mietenchecker.at.

Portal kümmert sich um Reduktion des Zins

Seit kurzem bietet das neue Portal mietenchecker.at Mietern von Altbauwohnungen in Wien die Möglichkeit, ihren Mietvertrag bezüglich der Höhe des Mietzins überprüfen zu lassen und bei Bedarf kümmert sich das Portal um eine Mietzinsreduktion. Voraussetzung ist, dass es sich um eine maximal 130 Quadratmeter große Wohnung in einem vor 1945 errichtetem Gebäude handelt und man selbst Hauptmieter ist. In Wien gebe es rund 130.000 solcher Mietwohnungen.

Mieter "ohne Risiko"

mietenchecker.at übernimmt die Kosten. Nur wenn es zu einer Mietzinsreduktion kommt, behält sich das Portal 25 Prozent des in der Vergangenheit zu viel bezahlten Betrages. "Mieter haben absolut kein Risiko", so Vladic im Gespräch mit der APA. Im Fall einer zu hohen Miete nehme das Online-Portal mit dem Vermieter Kontakt auf. In der Regel würde es dann auch ziemlich schnell zu einer Einigung kommen. Wenn dies nicht gelinge, gehe der Fall zur Schlichtungsstelle und später zum Bezirksgericht. "Wir engagieren falls notwendig auch spezialisierte Anwälte", sagte Vladic.

Kein Kündigungsgrund

Der Vermieter kann den Mieter deswegen nicht kündigen. Dazu Vladic: "Das ist kein Kündigungsgrund. Mieter machen damit nur ihre Rechte geltend." Einzig bei befristeten Mietverträgen gebe es die Gefahr, dass diese nicht verlängert werden. "Das sagen wir den Mietern auch." "Als ungefährer Wert für die Richtwert-Grenzen gelten rund zehn Euro pro Quadratmeter. Bei diesem Wert zahlt man auf alle Fälle schon eine zu hohe Miete", so Vladic. Der Anspruch auf Rückforderung von zu viel bezahltem Mietzins verjährt bei unbefristeten Verträgen drei Jahre ab Vertragsabschluss, bei befristeten Verträgen kann während der gesamten Befristungsdauer und darüber hinaus sechs Monate nach Auszug der Anspruch geltend gemacht werden. Auch die Stadt Wien bietet online einen Mietpreisrechner an.

(fsc/APA, derStandard.at, 28.9.2014)

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